Überschüsse in der englischen Lebensversicherung: Häufiger Streitpunkt

Geschrieben von am 23. Oktober 2012

Die englische Lebensversicherung galt lange Zeit als Empfehlung für all jene, die nach einer guten, leistungsstarken und preiswerten Lebensversicherung suchten. Grund für die hohen Renditen, die mit dieser Form der Lebensversicherung erzielt werden konnten, war die Aufteilung der Investitionen. Anders als in Deutschland darf die englische Lebensversicherung nämlich einen hohen Anteil der Kundengelder in Aktien und Wertpapiere investieren. Diese versprechen hohe Renditen, zumindest auf lange Sicht gesehen. Allerdings bergen sie ebenfalls ein großes Risiko in sich.

Deckungslücken in der englischen Lebensversicherung

In Großbritannien nimmt die private Altersvorsorge schon seit langem einen großen Stellenwert ein. Die englische Lebensversicherung wurde aufgrund dessen sehr häufig abgeschlossen. Die hohen versprochenen Renditen wurden sogar genutzt, um damit die Auslösung eines Darlehens zu gewährleisten.

Das böse Erwachen kam jedoch in den letzten Jahren immer häufiger. Wer nämlich brav gewartet hat, bis seine Lebensversicherung fällig wurde, musste mit Erschrecken feststellen, dass hohe Deckungslücken bestehen. Die versprochenen Renditen konnten nicht erzielt werden.

Wie kommt es zu diesen Problemen?

Genau wie in Deutschland wird auch in der englischen Lebensversicherung nur ein gewisses Kapital angesetzt, aus dem sich die Garantierente ermittelt. Höhere Renten sind natürlich möglich, aber abhängig von der Gewinnsituation des Versicherers. In den vergangenen Jahren gab es massive Einbrüche am Aktienmarkt, so dass entsprechend geringere Renditen erwirtschaftet werden konnten.

Viele Versicherte klagten schon gegen die Vermittler, da sie der Meinung waren, diese hätten sie nicht ausreichend über das Risiko dieses Finanzierungsmodells aufgeklärt. Damit kamen sie jedoch in aller Regel nicht durch, da auf die Gefahren der englischen Lebensversicherung hingewiesen worden sei. Auch in den jährlichen Renteninformationen erhalten Kunden stets eine Aufstellung über die garantierte Rente, sowie prognostizierte Überschussbeteiligungen, die in Frage kommen. Es handelt sich dabei jedoch um Prognosen, was aus den Unterlagen ersichtlich sei, so schon mehrere Richter. Deshalb könnte man diese Zahlen nicht als Garantie auslegen.


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